SV ROT WEISS WERDAU E.V.

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Unsere Chronik-ein Abriß

Vereinsgeschichte von 1949-1999

Auf dem Gebiet von Körperkultur und Sport war es schwer, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges auf neue Art die Sportbewe­gung in Gang zu bringen. Man nannte sie die Sportler der ersten Stunde, die auf­opferungsvoll und mit neuen Ideen die ersten wichtigen Schritte zum organisierten Sport bzw. zum Betriebssport taten. Aktive Sportler zeigten den Weg auf und organisierten Sportgruppen auf der Grundlage einer neuen Sportbewegung. Im September 1949 entstand im damaligen Waggonbau Werdau eine der ersten Betriebssportgemeinschaf­ten anlässlich einer Gründungsvollversamm­lung. Durch teilweise Übernahme der SG Grün-Weiß Leubnitz (früher Reichs­bahnsportgemeinschaft Werdau), entstand die Betriebssportgemeinschaft Waggonbau oder"Lowa" Werdau. An der Entstehung dieser Betriebssport­gemeinschaft waren besonders Paul Schmiedecke (1. Vorsitzender der BSG), Walter Siegel, Walter Kies, Eberhard Körner und Hans Simon beteiligt. Viel Arbeit musste aufgewendet werden, um die Leubnitzer Sportgemeinschaft von der Richtigkeit zu überzeugen, Fußball, Turnen und Gymnastik in einer Betriebssportgemeinschaft unter besseren Voraussetzungen durchzuführen. Im Gründungsjahr vereinigten sich 120 Mit­glieder in drei Sektionen und zwar Fußball, Turnen und Gymnastik sowie später Schwimmen. Die Weiterentwicklung nahm einen positiven Verlauf. Es entstanden die Sektionen Boxen, Radball, Ringen, Handball, Kegeln und die Mitgliederzahl erhöhte sich innerhalb von 3 Jahren auf 450. Es entwickelten sich im Betriebssport ge­werkschaftliche Sportgruppen wie Tisch­tennis und Volleyball. 1951 nannte sich die Betriebssportgemeinschaft "Motor Werdau". Die weiteren Jahre der BSG Motor Werdau waren eng verbunden mit der Entwicklung und dem Aufschwung des Sports in der damaligen DDR. Die Mitglieder der BSG und des Betriebes Kfz.-Werk Werdau, dem damaligen Trägerbetrieb der BSG Motor Werdau, konnten stolz darauf sein, dass immer mehr Sportlerinnen und Sportler der BSG Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sowie Meistertitel bei Spartakiaden und Meisterschaften erringen konnten. 1965 war die BSG auf 500 Mitglieder angewachsen und führte in 7 Sportarten, unter der neuen Leitung des BSG-Vorsitzenden Sportfreund Alfred Mahnke, eine aktive Arbeit durch. Die 1. Fußballmannschaft verlegte zu dieser Zeit (1965) ihren Spielort ins neu erbaute Ernst-Grube-Stadion.   Die Sektionen Handball und Schach stellten ihren Spielbetrieb ein. Aktive wurden durch andere Betriebssportgemeinschaften über­nommen. Es kam zur Neugründung der Sektion Federball. Als die BSG ihr 20-jähriges Bestehen feierte, zählte sie, unter der Leitung des BSG-Vorsitzenden Sport­freund Hans Simon, 9 Sektionen mit 630 Mitgliedern. Als neuentwickelte Sektion führten dann die Sportakrobaten eifrig ihre junge Sportart durch. Ab 1970 gab es innerhalb der BSG einen sichtbaren Aufschwung. Besonders im Kinder- und Jugendsport konnte die BSG schöne sportliche Erfolge erringen. Die Zahl der Mitglieder und der Sektionen sowie der Sportgruppen erhöhte sich sich ständig, so daß 1974 für die BSG Motor 900 Mitglieder registriert werden konnten. Es kam zur Bildung der Sektion Ski und einer Sektion Leichtathletik, die neben den Sektionen Fußball und Ringen einen besonderen Leistungsauftrag zu erfüllen hatte. Eine weitere Neugründung war die Sportgruppe Volleyball, die aus einer Gewerkschaftsmannschaft entstanden ist und mit Federball eine Sektion darstellte.Die jüngste Sektion der BSG war die Sektion Spielleute, die sich aus einem Schalmeien-und einem Fanfarenzug zusammensetzte und sich großer Beliebtheit erfreute. In der größten Sektion der BSG, der Sektion Fußball, wurde dem Nachwuchs viel Au­genmerk geschenkt, und die erste Männermannschaft erreichte nach der Erringung der Bezirksmeisterschaft die DDR-Liga.Die Sektion wurde vom Deutschen Fußballverband der DDR mit dem Ehrentitel "Vorbildliche Sektion des DFV der DDR" ausgezeichnet. Die Sektion Ringen war vor allen Dingen in der Delegierung junger Sportler zu Leistungszentren beispielge­bend und erreichte die höchste Effektivität bei Spartiakiadekämpfen.Die 1. Mannschaft der Sektion Radball erreichte die Liga. In dieser eifrigen Sektion fehlte es nie an Einsatzfreudigkeit und an einer guten Nachwuchsarbeit. In der Sektion Kegeln konnte die 1. Mannschaft die Bezirksliga erreichen und alle anderen Mannschaften beteiligten sich aktiv am Trainings- und Wettkampfbetrieb. Eine ebenfalls sehr aktive Sektion bildeten die Schwimmer der BSG, die trotz in Werdau fehlender Schwimmhalle gute Arbeit leisteten. Die traditionsreiche Sektion Boxen konnte nicht immer den gewünschten Stand halten, sie befand sich aber im Neuaufbau. Den Volkssportcharakter behielt die Sektion Federball/Volleyball, die immer bemüht war, interessante Übungststunden zu gestalten. Die BSG leistete im Betriebssport sowie im Freizeit- und Erholungssport einen guten Beitrag und unterstützte die Betriebssportfeste, war aber auch bei vielen anderen Veranstaltungen im Betrieb, im Wohngebiet und in den Schulen Initiator und Organisator. Viele Sportstätten wurden durch Eigenleistungen der Sportlerinnen und Sportler erweitert, umgestaltet, verschönert oder instandgesetzt, wobei besonders das städtische Ernst-Grube-Stadion, das betriebseigene Sportplatzgelände in Leubnitz und die Kegelbahn Naturheilgarten genannt werden müssen. Es bestanden Patenschaftsverträge mit den Schulen und Nutzungsverträge für die Sportstätten. Die BSG Motor Werdau wurde 10 mal Jahreswettbewerbssieger im Kreis Werdau, davon 8 mal hintereinander. Sie erhielt 1971 den Titel "Vorbildliche Sportgemeinschaft des DTSB der DDR" und 1972 sowie 1973 die Ehrenurkunde des Präsidiums des DTSB der DDR. Außerdem erhielt die BSG die Ehrenplakette des Rates des Kreises und des Rates der Stadt Werdau. 1975 wurde Sportfreund Heinz Meier als BSG-Leiter eingesetzt, da Sportfreund Hans Simon die Funktion eines Stadtrates für Sport übernahm. 1977 verlegte die Sektion Ringen ihre Wett­kampfstätte in die neu erbaute Schwerath­letikhalle und die 1. Fußballmannschaft nahm zum zweiten Mal an den Aufstiegs­spielen zur Oberliga teil. Die BSG Motor war im damaligen Kreis Werdau die größte und erfolgreichste Sportgemeinschaft, (ca. 1500 Mitglieder). Leider lösten sich in den folgenden Jahren die Sektionen Schwim­men, Spielleute, Boxen und Sportakrobatik auf. Trotzdem erhielt sich die BSG ihr gutes Ansehen und erreichte die geplanten Ziele. Beim nächsten BSG-Leiter Wechsel über­nahm Sportfreund Kurt Klingenberg diese Funktion. Unter seiner Leitung wurde be­sonders der Breitensport gefördert und eine Sektion Lehrlingssport gegründet. In den Sektionen wurde auch unter dem neuen BSG-Leiter Sportfreund Wolfgang Bertram eine aktive Arbeit geleistet und der gesel­ligen Atmosphäre große Aufmerksamkeit gewidmet. Als Sportfreund Heiko Zschunke BSG-Leiter wurde (Spfrd. Bertram änderte seine Arbeitsstelle) stand die BSG Motor Werdau noch voll auf der Höhe der Aufga­ben. Als jedoch die politische Wende kam und der Betrieb Kfz-Werk an Einflußnahme und Unterstützungskraft sowie an bisheri­gen Möglichkeiten verlor, wurde es für die BSG Motor komplizierter und einige Ände­rungen brachten eine völlig andere Situation. Aus der Betriebssportgemeinschaft bildete sich ein Sportverein mit neuem Namen: SV Rot Weiss Werdau e.V. Durch das notwendige Abkoppeln vom Trägerbetrieb Kfz-Werk und den neuen strukturellen und politischen Bedingungen stand der Verein neuen finanziellen und materiellen Problemen gegenüber. Es entwickelte sich ein Umdenkungsprozeß. Beitragssätze wurden verändert und eine Vereinssatzung festgelegt. Die Sektionen (neu: Abteilungen) formierten sich nach und nach wieder zu stabilen Sport- gruppen. Gefragt war verstärkt die ehren­amtliche Sportarbeit und es gab sie erfreu­licherweise im Verein. Zwei Abteilungen verließen den Verein, die Abteilung Radball suchte die Selbständig­keit in Fraureuth und die Abteilung Ringen erhoffte sich durch einen Vereinswechsel bessere finanzielle und materielle Voraus­setzungen für ihren Leistungssport. Der Boom für den Handballsport unter den Kindern und Jugendlichen führte zur Neu­bildung einer Abteilung Handball. Doch wenig später wechselte die Abteilung ins benachbarte Fraureuth einer früheren Handball-Hochburg. Ursache wiederum waren günstigere Entwicklungschancen. Aufgrund fehlender Interessenten beendete die Abteilung Federball ihre Übungs­stunden, die Sportkameradin G. Fröhlich 40 Jahre leitete. Für Sportfreund H. Zschunke, der auf eige­nen Wunsch die Funktion des Vereins-Vorsitzenden niederlegte, übernahm 1993 Sportkamerad Hans-Jürgen Radtke nach seiner Wahl zum Präsidenten die Führung des Vereins. Sportkamerad Karl-Heinz Fröhlich fungierte, wie schon in 43 Jahren zuvor, als Stellvertreter. Mit den Abteilungen Fußball, Ski-Sport, Kegeln, Volleyball, Gymnastik, Popgymnastik und Laufgruppe sowie dem integrierten Karnevalsverein entwickelte sich der Verein zu einer stabilen Einheit mit 500 Mitgliedern. Auf der Basis engagierter Abteilungsleiter und Übungsleiter, mit einem dankenswerten Sponsorenkreis sowie durch Unterstützung von ABM-Kräften repräsentiert der Sport­verein Rot Weiss ein in Leistungs- und Brei­tensport, Senioren-, Kinder- und Jugend­sport gegliedertes, abwechslungsreiches Vereinsleben.